Die 10 Todsünden bei Newslettern

Jeder von uns kennt diese Newsletter. Sie sind grauenhaft. Sie sind langweilig und sie begehen jede Todsünde der Newsletter-Marketing-Kirche gleich mehrfach. Ich habe mir heute mal nur die Punkte herausgenommen, die mich am Kolossalsten stören und freue mich auf weitere in den Kommentaren!

1. Zu viel Text. Einfach zu viel Text. Viel zu viel Text!

Manche schreiben in Ihren Newslettern ganze Romane. Nur: Romane liest man auf E-Readern oder als gedruckte Bücher. Nicht als E-Mail zwischen der Geschäftspost, dem Hilferuf des wichtigsten Kunden und der E-Mail des nächsten Termins, der sich um 20 Minuten verspätet. Selbst wenn ich in dieser E-Mail ein ausführliches Dokument erwarte, so muss es immer noch nicht ewig viel Text sein. Zu lange Texte lesen wir einfach nicht.

2. Verzerrte Bilder, die Menschen plötzlich zu Aliens werden lassen.

Dieser beliebte Fehler kommt übrigens auch bei PowerPoint und Keynote Präsentationen vor und zählt als Punkt, wenn man Buzzword Bingo spielt. Bilder, Fotos und Grafiken haben Seitenverhältnisse. Eine Seite ist vielleicht kürzer, die andere vielleicht länger. Das heißt aber nicht, dass man alle Seiten dann auf die gleiche Länge ziehen und stauchen kann. Dann kommt kein gutes und passendes Foto für einen Newsletter heraus. Dann muss an das Bild zuschneiden mit einem Grafikprogramm. Sonst verändern sich die Gesichter in einem Bild zu Aliens mit langen Augen und eigenartigen Fingern.

3. Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt,…

46{53bd9a6ddeb8ec36604ea7656b5f21e381862a36aa6a146ad99697e9af2e08d5} aller E-Mails werden auf Smartphones gelesen. Newsletter deren 1. Zeile es verpasst mir zu sagen, was mich darin erwartet, lese ich gar nicht. Meine Finger sind schon direkt mit meinem Rückenmark verbunden, nur um die Spamtaste schnell zu drücken. Und wenn ich dann lese, dass wenn diese Nachricht nicht richtig dargestellt wird, ich sie mir auch noch mal irgendwie anders ansehen könnte, dann hilft mir das nicht. Denn ich bin vielleicht gerade in der Bahn und habe schlechten Empfang und kann mir das gerade nicht herunterladen. Nichtmal, wenn ich es nicht in den Spamordner geworfen hätte.

4. Gigantische Header

Grafikkunst in allen Ehren. Ein Header bei einem Newsletter sollte nicht so groß sein, dass ich erst zweimal runter scrollen muss, um endlich den Inhalt zu entdecken. Und wenn der Header schon groß wein muss, weil es ja so viel schöner ist, dann überrascht mich richtig! Nicht immer das Gleiche olle Gruppenfoto über das ich drüberscrolle. Nicht immer nur das Logo. Aber in keinem Fall sollte der Header animiert sein. Auch sowas hatte ich in meiner Mailbox. Hatte ich, wohlgemerkt.

5. Ausführliche Sätze, um zu zeigen, wie clevere Zusammenhänge man in Newslettern darstellen kann.

Neben dem schlichten „Zuviel“ an Text gibt es auch das „zu kompliziert“, “zu lang“ und das „um Gottes willen, viel zu verschachtelt, auch wenn es clever klingt“ an Text. Um solche komplizierten Sätze zu lesen, braucht man oft mehrere Anläufe. Und gerade in meinen Blogs begehe ich gerne mal diese Todsünde und schreibe einfach kompliziert. Aber in einem Newsletter, der schlicht nur ein paar Sekunden gelesen wird – wenn überhaupt – hat das nichts verloren.

6. Unpersönlich und herrisch/ dienstlicher Text

Immer wieder kommen bei mir E-Mails an, wo ich mir nicht so ganz sicher bin, warum ich diese Werke lesen soll. Da wird man mit „Liebe Mitglieder“ oder gleich ohne jegliche Anrede angesprochen. Und dann ist der Text so formuliert, als hätte man falsch geparkt. „Wir informieren Sie darüber, dass zum 1. März folgende Unternehmen neu aufgenommen werden…“ Ja, aber: Warum soll ich das jetzt zwischen der Geschäftspost und meinem Termin lesen? War mir das nicht schon vorher egal? Tja.

7. Gütesiegel und Auszeichnungen bis zum Abendrot

Am aller Schönsten ist es immer noch, wenn man im deutschsprachigen Raum einen Newsletter bekommt, wo in einer Spalte oder unten, eine ganze Reihe von Gütesigeln und Auszeichnungen gezeigt wird. Artig werden sie aufgereiht, und wenn die E-Mail-VersenderInnen es könnten, würden sie die Dinger wie Orden an der Brust tragen. Tun sie aber nicht, weil das peinlich aussieht. Das mag vielleicht jetzt meine Meinung sein, aber das verhält sich in Newsletter genauso. Die einzige Ausnahme ist die Verleihung von Auszeichnungen, weil das ist eine Neuigkeit. Aber trotzdem muss ich sagen: Wenn mir eine Person unsympathisch ist, dann helfen ihr auch 10 Gütesigel nicht.

8. Belanglose Inhalte, die mir die Mailbox vollschnattern.

Ich liebe Geschichten und ich bin leidenschaftliche Hörbuch-Hörerin. Trotzdem ist eine episch lange Geschichte, warum das eine Erlebnis der Newsletter-Versenderin, alles verändert hat, einfach zu lang für einen Newsletter, der jede Woche rausgeht. Menschen, deren Zeit kostbar ist, wollen nicht erst 5 Absätze über die Erleuchtung lesen, um dann zum Wesentlichen zu kommen. Newsletter, die einfach nur schnattern, sind mir einfach zu anstrengend (und sollten mal über einen Podcast nachdenken). Die Linie zwischen Information und Selbstbeweihräucherung ist schmal, aber nicht so schmal, dass man sie nicht mehr sehen kann.

9. Wer war das nochmal?

Newsletter, bei denen ich den Absender nicht zuordnen kann, sehe ich mir an. Und zwar suche ich danach, ob ich irgendwo herausfinden kann, wer die Mail schickt bzw. wo ich diese Person kennengelernt habe. Oder welche meiner 5 Maladressen ich da hergegeben habe, damit ich diese Mail bekommen habe. Es ist eine Kleinigkeit, aber sie entscheidet darüber, ob ich mich sofort austrage, oder dem Newsletter noch eine Chance gebe.

10. Lass mich raus oder ich zerstöre Deine Öffnungsrate!

Wenn ich nun herausgefunden habe, dass ich diesen Newsletter nicht mehr möchte, dann habe ich zwei Möglichkeiten: A) Ich bin unfreundlich und kippe die Mail einfach in meinen Spamordner. Dort wird sie dann einen Tag aufgehoben und dann automatisch gelöscht. Die Öffnungsrate des Versenders rutscht in den Keller und mir ist das egal. B) Ich suche nach dem Abmelde-Link. Und Suche. Und Suche. Viele Newsletter machen sich daraus einen Sport und verstecken diese Links. Manche zeigen den Abmeldelink dann ganz klein und hellorange irgendwo, nachdem man ewig weit über weiße Flächen nach unten scrollen musste. Wer das macht, darf sich bei Punkt A) einfinden.

Ich hoffe, Euer Newsletter begeht die Todsünden nicht. Oder doch, und ihr findet, es ist gar nicht so schlimm? Ihr habt gigantische Öffnungsraten mit langen Geschichten in Mails? Dann schreibt gerne einen Kommentar – ich bin schon sehr gespannt!

Eure

Sandra

Foto: by scotbot via Flickr.com

Ich bin Sandra Staub. Ex-Journalistin, Marketing-Ausbrecherin, Autorin von ‘Facebook für Frauen’ und ‘Emoji Boost‘. Unternehmerin & Macherin von UnternehmerInnen im Web. Als Agenturinhaberin versorge ich mit meinem Team Unternehmen mit Social Media-Leistungen, Blogposts & E-Mail Marketing.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.