Facebook Gruppencrayze: Warum Gruppen der Megatrend 2017 auf Facebook sind

Es ist kein Geheimnis mehr: Facebook Unternehmensseiten haben eine harte Zeit. Ihre Inhalte werden immer weniger gesehen. Gefühlt muss man für alles bezahlen. Persönliche Profile und Gruppen hingegen sind im Aufwind. Facebook gibt den Gruppen sogar m neue Funktionen.

Mit diesem Artikel widme ich mich dem Hype um Gruppen auf Facebook, und ich wage eine Vorhersage, warum jedes Unternehmen bald aus strategischen Gründen mindestens eine Gruppe haben wird, um noch organische Sichtbarkeit zu erhalten.

Am 1. Juni 2017 schrieb Facebook auf seinem offiziellen Blog: “In Deutschland verbinden sich Millionen Menschen in Gruppen miteinander. Eine Auswahl von 30 besonders aktiven und engagierten Gruppen in Deutschland haben wir für Sie weiter unten zusammengestellt. Ihnen gilt unser besonderer Dank.“

 

Schließlich wurde auf dem ersten Community Summit von Facebook verkündet: Gruppen bekommen bald fast all das, was Unternehmensseiten auch haben.

  • Statistiken für Admins
  • geplante Posts für Admins
  • Filter von Mitgliedsanfragen
  • Verlinkungen zwischen Gruppen soll auch kommen
  • Unternehmen können seit kurzem in Gruppen agieren

Aber auch mit dem, was jetzt schon möglich ist, sind Gruppen der Facebook Megatrend 2017 für mich. Ich beobachte es schon seit einigen Monaten und hier kommen meine 5 Punkte, warum der Facebook Gruppencrayze gerade umgeht, also alle crazy werden, wenn es um Gruppen auf Facebook geht:

 

1. Erfolgreiche haben schon mindestens eine Gruppe

Fast alle meine sehr erfolgreichen Kundinnen betreuen heute Ihre Facebook Gruppen genauso intensiv wie ihre Unternehmensseiten. Teilweise mit identischen Posts, aber sehr unterschiedlichen Feedbacks. Auf der Unternehmensseite haben 25 Leute den Post gesehen, keine Reaktionen. In der Gruppe haben es 200 gesehen und 16 davon kommentieren auch hin und her. Dass die Gruppen das Rennen machen, scheint da selbstverständlich. Da ja bald die Funktion kommt, dass Gruppenadmins die Posts auch planen können, wird auch das vereinfacht.

 

2. Gruppen sind geschützte Interaktionsorte

Gruppen stehen heute für Interaktion und Austausch von Gleichgesinnten. In Gruppen traut man sich, Fragen zu stellen und auch mal ein nicht perfektes Video hochzuladen, denn das Video kann aus einer geschlossenen oder geheimen Gruppe nicht geteilt werden. In Gruppen trifft man sich zu Challenges und fordert sich selbst heraus, mal einige Zeit unter ein ganz spezielles Thema zu stellen, das sonst nur ein Randthema im Leben ist. 30 Tage Vegan essen. Jeden Tag ein Video machen. Eine Woche jeden Morgen Sport machen.

Das ist übrigens immer noch die beliebteste, wenn auch stark strapazierte Art, um sehr schnell eine Gruppe von über 3.000 Mitgliedern zu bekommen: Challenges. Wieviel Interaktion nach dem 3. Tag einer Challenge noch herrscht, möchte ich offen in Frage stellen. Denn die meisten Nutzer_innen sind nach kurzer Zeit genervt von zu vielen Kommentaren und Posts. Dann werden die Benachrichtigungen der Gruppe einfach deaktiviert und die Inhalte erscheinen nur noch eher zufällig im persönlichen Newsfeed. Nur wenn die Gruppe Mehrwert zu einem speziellen Thema bietet, kommen die Mitglieder zurück.

 

3. Bloß nicht zu öffentlich

Unternehmensseiten sind vielen zu öffentlich geworden: “Da kann ja jeder meinen Kommentar sehen. Dann werd ich da vielleicht noch von einem Nazi angepöbelt, da schreib ich lieber nix!” haben mich schon viele persönlich wissen lassen. Ein großer Teil der Menschen ist geschützte, private Kommunikation wie mit WhatsApp lieber und fühlt sich mit den vielen Einstellungen der Facebook Privatsphäre überfordert. Unsere aktualisierte Facebook Sicherheitscheckliste ist übrigens HIER kostenlos verfügbar.

 

4. Die Gruppen-App am Smartphone punktet

Facebook Gruppen gibt es als eigene App für’s Smartphone. Gratis in jedem Appstore. Ganz „ohne das normale Facebook“. Ähnlicher wie WhatsApp – und das erreicht vom Schulkind bis zur Omi alle. Das ist so einfach, dass man es sofort verstehen kann: 

Es tutet nur, wenn wirklich MIR etwas geschickt wurde. Ein bisschen Text, Fotos, vielleicht mal ein Video oder ein Link. Fertig. Ganz ähnlich funktioniert eben die Facebook Gruppen-App für Nutzer: Einfach. Nützlich. Schnell. Und es sind nur die Menschen dabei, die zu mir passen.

Letzteres sehe ich etwas kritisch, denn dadurch unterhalten wir uns wieder nur mit den immer gleichen Menschen. Diese Filterblasen lassen eigene, vollkommen abgespaltene Realitäten entstehen und das ist nachweislich sogar bis in die Politik und unsere alltäglichen Leben zu spüren.

—Update: Facebook hat die Gruppen App ersatzlos abgeschaltet. Offenbar lief sie doch nicht so gut.—

 

5. Facebook Werbung in Gruppen

In Facebook Gruppen gibt es keine Werbeeinblendungen von Facebook selbst. Ich sage vorher: Das kommt auf jeden Fall noch, denn Facebook braucht mehr Werbefläche. In Irland, Kanada und anderen Ländern wird es schon getestet.

In Gruppen konnten früher keine Unternehmen posten, sondern nur Personen. Das hat sich nun in den letzten Wochen geändert. Ab sofort sind auch Unternehmen dort zugelassen. Dafür muss lediglich die Unternehmensseite mit der Gruppe verbunden werden. Wie sich das Nutzergefühl dadurch verändert, werden wir sehen. Ich denke, manche Gruppen können durch einen großen, aktiven Redaktionsstab sehr gut profitieren, weil es mehr Antwortende gibt. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass manche Unternehmen dann einfach zu viele öde Angebote posten und damit die Mitglieder verscheuchen.

In einigen Gruppen sehe ich den Trend, dass nur die Admins Neuigkeiten veröffentlichen können. Mitglieder dürfen nur kommentieren. Das wird als sehr stark aufgeräumt empfunden und mag manchmal vielleicht richtig sein. Für eine offene Kommunikation empfinde ich es aber als wenig förderlich.

Nun gibt es einige Gruppen, die die Balance ganz gut schaffen: Die Nutzer dürfen selbst Fragen posten. Die Admins der Gruppe behalten sich aber vor, dort Ihre eigenen Inhalte wie Blogposts und Angebote zu posten. Fair ist das nicht ganz. Zum Glück kann aber jedes Mitglied selbst für sich entscheiden, ob es noch in der Gruppe sein möchte oder nicht.

 

3 Strategien für morgen:

1. Sei aktiver in Gruppen

Es wird zusehends wichtiger, in Gruppen aktiv dabei zu sein, um sichtbar zu bleiben. Häufiger in Gruppen antworten und hilfreich sein, ist eine nachhaltige Strategie. Sie erfordert Zeit und auch den Willen sich gut und gerne eine Stunde pro Woche wirklich in Diskussionen einzubringen. Denn so bleibst Du im Gedächtnis mit Deinem Thema.

 

2. Teile Deine Posts mit Köpfchen

Wenn es darum geht, eigene Blog-Beiträge in Gruppen zu verteilen, wirst Du feinfühliger vorgehen müssen. Denn jetzt wird der Druck in Gruppen steigen. Verbreite also Deine Posts nur noch in Gruppen, in denen sie zu 100% passen. Wenn Du den ultimativen Hundefutter Tipp hast, dann passt er wohl in eine Hundegruppe. Aber schon in einer allgemeinen Haustiere-Gruppe passt er nicht mehr. Und auch wenn Dein Post in 5 Gruppen einen guten Platz findet, so wirst Du drauf achten müssen, immer wieder neue und spannende Einleitungstexte zu schreiben. Denn die Mitglieder werden vermutlich in mehren Gruppen sein. Überlege Dir also eine Strategie, wie Du die Posts vielleicht an unterschiedlichen Tagen posten kannst.

 

3. Admin werden & werben

Du hast es sicher schon gedacht: Dann gründe ich halt selbst eine Gruppe! Diese Idee werden viele haben in den nächsten Wochen und daher werden wir auch eine Fülle von Einladungen zu Gruppen sehen.

Ich vermute, dass es bald zum guten Ton gehören wird, dass jedes Unternehmen eine Marken-Mehrwert-Gruppe führen wird. Zudem werden sich VIP-Gruppen herausbilden, in denen Kunden persönlicheren, tieferen Zugang zum Unternehmensteam bzw. Unternehmer_innen persönlich bekommen. Letztere werden meist durch den erhöhten Anspruch und Aufwand an den Kauf an eines kostenpflichtigen Produktes gebunden sein.

 

Das waren meine Ideen zum Facebook Gruppencrayze. Was denkst Du? Bist Du aktiv in Gruppen? Oder sind Dir Gruppen zu viel Aufwand? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Herzlichst,

Sandra

Foto: Priscilla Westra via stocksnap.io