Schluss aus. Freundschaften kündigen, Gruppen verlasen und Likes zurücknehmen

Wie Du Freundschaften, Gruppenmitgliedschaften, Likes für Seiten und noch mehr löschst und warum es so wichtig geworden ist, sich zu trennen, um glücklicher zu sein. 

Jetzt haben sich sicher einige erschrocken bei dieser Einleitung, weil es so Richtung Beziehung klingt. Aber genau das ist es heute: Heute wird es um digitale Beziehungen gehen und warum wir nur eine gewisse Anzahl wirklich aushalten. 

Gerade bei Durchstarter_innen auf Facebook sehe ich immer wieder einige Basis-Fragen, die nirgends wirklich erklärt wurden. 

Heute ist es endlich Zeit für diesen Beitrag, denn es ist einfach wichtig zu wissen, wie man Freundschaften kündigt, sich von überflüssigen Gruppen verabschiedet und Seiten auch mal das „Gefällt mir“ wieder wegnimmt und damit glücklicher ist mit “seinem Facebook“. Echt jetzt! 

Warum es wichtig ist, Freundschaften zu beenden.

Manchmal ist es so wie bei Frl. O und mir. Wir mochten uns mal ganz gerne. Haben sogar viel miteinander gearbeitet. Dann aber hat sich ihr Leben verändert, sie zog nach H. und ich nach M.. Meine Interessen haben sich verändert und sie beschäftigt sich heute hauptsächlich mit Bandscheibenvorfällen. Wir finden uns beide nicht mehr so wichtig im Leben der Anderen und die gegenseitigen Neuigkeiten interessieren uns auch nicht mehr. 

Freundschaft light.

Im ersten Schritt haben ich unsere Freundschaft auf light gesetzt. Das ist wie mit dem Joghurt, von dem man dann doppelt so viel essen kann, weil er ja halb so viele Kalorien hat. 

 

Ich habe den „Abonniert“-Button auf ihrem Profil geklickt und damit Facebook gesagt: Ja, ich bin noch befreundet mit Frl. O, aber ich muss nicht wirklich sehen, was sie so schreibt. Zeig mir das einfach nicht. Damit wurde ich schon mal die medizinischen Artikel los, die sie oft postet. Bitte nicht falsch verstehen: Für sie ist das perfekt, weil diese Inhalte untermauern, wer sie ist und was sie tut. Aber mich interessieren diese Inhalte nicht. Kleinwenig. Daher hab ich mich davon freigemacht. 

Freundschaft beenden.

Nach einiger Zeit war mir klar, dass wir uns nicht mehr füreinander interessieren, und dass ich den Platz als „Facebook-Freundin“ gerne an jemand anders vergeben würde, die mir geeigneter schien als Frl. O. Also habe ich den „FreundIn“-Button geklickt und sie dann als Freundin entfernt.

Aus. Vorbei. Besprochen. Durchatmen. 

Bis zu diesem Blogpost hat sie übrigens nie erfahren, dass ich nicht mehr mit Ihr befreundet bin. Sie hat nie eine Nachricht von Facebook dazu erhalten. 


Gruppendiät.

Genau wie mit Frl. O ging es auch mit einigen Gruppen. Nennen wir eine Gruppe mal exemplarisch „Wir haben uns alle lieb und jeder darf hier werben“. Anfangs war die Gruppe toll. Gigantisch! Wenn ich dort jemandem weiterhalf bei einem Problem, kamen freundliche Worte und machmal sogar Aufträge zurück. 

Nach einigen Monaten gab es aber so viele Posts in der Gruppe, dass ich gar nicht mehr alles immer sehen wollte. Genau wie bei Frl. O habe ich die Benachrichtigungen abgestellt. Dafür habe ich einfach die Gruppe besucht und dort auf den Benachrichtigungen-Button geklickt und dann auf „Aus“. Hier hätte es wieder mehrere „Light“-Stufen gegeben. Zum Beispiel nur bei Neuigkeiten von Freunden benachrichtigt zu werden oder bei „Höhepunkten“. Sprich: Wenn zu einem Gruppen-Artikel ganz viel kommentiert wird, dann taucht er bei mir auf. Das war mir aber zu wenig. Ich wollte Ruhe von diesen Benachrichtigungen. 

Du kannst es Dir sicher schon fast denken: Ein halbes Jahr lang hatte ich diese Gruppe danach nicht mehr besucht. Sie war überflutet worden von platten Werbepostings und „Werde schnell reich“-Ideen, die allesamt nur nerven. Daher entschloss ich mich, aus der Gruppe auszutreten. Das klingt etwas amtlich, tut aber gar nicht weh und man muss sich nicht an einem Schalter anstellen. Lediglich auf „Beigetreten“ und dann auf „Gruppe verlassen“ klicken. 

Seitdem habe ich die Gruppe nicht nur nicht mehr am Schirm, ich bin auch nicht mehr Mitglied und es ist toll. Inzwischen habe ich von über 100 Gruppen auf 26 reduziert in denen ich immer wieder mal aktiv bin und ich liebe es! Es ist großartig! Nur noch Dinge, die mich interessieren! Fabelhaft! 


Unlike me, Baby!

Dann gibt es natürlich auch noch den Fall von Unternehmensseiten, die nach einiger Zeit einfach anfangen zu nerven. Die ständig gleichen Inhalte und Sprüche inspirieren nicht mehr. Die Lust auf die Art von Inhalten vergeht einfach. Die immer drei gleichen Promotion-Fotos, die verwendet werden, hängen einem sprichwörtlich zum Halse raus. 

Inzwischen reguliert das der Facebook Newsfeed auf der Startseite der Nutzer immer stärker und es kommt immer weniger zu solchen (unangenehmen) Seiten-Begegnungen. Aber hin und wieder gibt es sie noch. Hier hilft nur eines: Konsequenz. 

Wir alle wissen: Eine Unternehmensseite erkennt man an dem „Gefällt mir“-Button im Titelbild.   

Um nun zu erklären, dass man diese Seite nicht mehr gut findet, kann man mit zwei Klicks das Gefällt mir zurücknehmen: Einfach draufklicken auf das „Gefällt mir“ und dann auf „Gefällt mir nicht mehr“ klicken. Fertig!



Weniger Freunde, weniger Gruppen, weniger Seiten, weniger Schrott.

Seitdem ich konsequenter am Reduzieren bin, ist mein Facebook-Erlebnis entspannter. 

Ich nehme Seiten das „Gefällt mir“ schneller weg und achte wesentlich genauer, welcher Seite ich ein „Gefällt mir“ gebe. Like-Tausch mache ich gar nicht mehr, weil er mir einfach nix mehr bringt.

 

Wenn mich Gruppen nicht mehr interessieren, verlasse ich sie konsequent. Bei manchen reduziere ich die „Lautstärke“ durch weniger Benachrichtigungen.

Und auch bei Facebook-Freunden, die ja oft nur Kontakte sind, konsolidiere ich ständig, wer eigentlich dabei sein sollte. 

Biologisches Maximum: 150 Freunde.

Evolutions-Anthropologe Robin Dunbar von der Universität Oxford hat wissenschaftlich hochgerechnet, dass Menschen vermutlich nur zu 150 anderen Menschen im Schnitt eine vertraute Beziehung führen können. Alle anderen sind periphere Kontakte, keine Freunde mehr. Natürlich räume ich ein, dass hochsensible Menschen weniger Kontakte „aushalten“, weil sie diese als ungleich „lauter“ wahrnehmen. Andere sind wiederum widerstandsfähiger und halten vielleicht sogar mit  500 Menschen in ihrem Kontaktkreis enge Kommunikation. 

 

Daher muss ich immer schmunzeln, wenn ich manche schimpfen höre, das Facebook doch so böse wäre und die Zahl der Freunde bei Privatprofilen auf 5.000 beschränkt hat. Berichte, wonach diese Grenze fallen soll, geistert immer wieder durchs Netz. Aber es bleibt eine Zeitungsente, denn ich konnte nirgends solche prüfbaren Aussagen finden. 

 

Was diese Menschen mit den 4.999 Freunden eigentlich meinen ist: "Mit meinem privaten Profil werde ich besser gesehen und daher möchte ich ganz viele Freunde. Ich möchte gut gesehen werden!“ Diese „Sender-Mentalität” ist nichts Verwerfliches. Auch ich habe über 1.400 „Freunde“ auf Facebook, obwohl mir bewusst ist, dass ich nur zu 10 % eine engere Bindung haben kann.

Was mir aber auch bewusst geworden ist: Mein Leben ist reicher, seitdem ich Freundschaften, zu denen ich den Draht verloren habe, auch wirklich gehen lasse. Genauso verfahre ich mit Gruppen und Seiten.

 

Nach diesem Post verliere ich vielleicht einige Fans meiner Seite oder Mitglieder meiner Gruppe. Aber das ist gut so.
Goldstücke findet man immer nur durch aussieben.

Herzlichst,
Sandra

Foto: By John Mark Arnold via unsplash.com

Ich bin Sandra Staub. Ex-Journalistin, Marketing-Ausbrecherin, Autorin von ‘Facebook für Frauen’ und ‘Emoji Boost‘. Unternehmerin & Macherin von UnternehmerInnen im Web. Als Agenturinhaberin versorge ich mit meinem Team Unternehmen mit Social Media-Leistungen, Blogposts & E-Mail Marketing.

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