Was Online-Marketing ist und was nicht.

Gerade eben habe ich eine Facebook-Konversation abgebrochen. Was mit einer Gratulation zum Geburtstag anfing, entwickelte sich zu eine Konversation über Online-Marketing. Mein Gegenüber schien der Meinung zu sein, dass ich mit Spam mein Geld verdiene. Nun, das sehe ich anders und es tut auch ein kleinwenig weh.

Aber es stimmt, dass in manchen Köpfen immer noch nicht ganz klar ist, was Online-Marketing eigentlich ist. Woher da das Geld kommt. Und weil ich mir sicher bin, dass sich diese Menschen ihre Vorurteile nicht selbst ausdenken, sondern einfach übernehmen was sie mal in Zeitung und Fernsehen über Betrüger gehört haben, gibt es jetzt diesen Artikel, in dem ich mal den Unterschied zwischen E-Mail Marketing und Spam, Facebook und Werbung und über Bloggen und PR erklären möchte.

E-Mail Marketing ist nicht Spam.

In meiner Facebook-Konversation habe ich erwähnt, dass ich gerne mit E-Mail Marketing arbeite. Die „Lehre vom Dialog mit Kunden“ wie ich es immer gerne nenne, kam früher in Form von Werbemailings und Katalogen in den Postkasten nach Hause. Viele von diesen Schreiben wurden einfach weggeworfen. Eine niedrige Prozentzahl hat reingeguckt und vielleicht sogar etwas gekauft.
Heute ist das natürlich auch digital und genauso strengen gesetzlichen Regelungen unterworfen. Wenn sich jemand in einen Newsletter einträgt, um immer über neueste Angebote informiert zu werden, dann möchte diese Person benachrichtigt werden, wenn es ein neues Angebot gibt. Will die Person die Mails nicht mehr bekommen, dann gibt es eine einfache Möglichkeit, sich wieder abzumelden. So einfach ist das.

Gekaufte Adressen? Nicht mit mir.
Nun gab es aber schon bei den Mailings im Briefkasten Unternehmen, die Adressen einfach zugekauft haben und dann erhielten Menschen Post, für die sie nie eingewilligt hatten. Es gibt immer noch Unternehmen, die einfach Adressen zukaufen. Postadressen und E-Mail Adressen. Aber ich habe das noch nie gemacht und ich kenne auch keinen erfolgreichen Menschen im Online-Marketing so arbeitet. Denn das würde uns allen sehr schnell auf den Kopf fallen und wir würden schlicht verklagt werden. Spam versenden ist einfach verboten. Also warum denken Menschen, ich würde das tun? Rätselhaft.

Permission Marketing ist genial.
E-Mail Marketing dreht sich darum, dass Menschen, die sich für ein Thema interessieren, freiwillig in eine Liste eintragen. Diese Menschen möchten dann auch eine E-Mail bekommen und damit ist es kein Spam. Man nennt es „Permission Marketing“. Diese tollen Menschen geben mir die Erlaubnis, ihnen diese Nachrichten zu schicken. Und das ist daher genial, weil diese Kontakte auch gerne etwas kaufen und ich so niemanden belästigen muss, damit ich meine Produkte und Services verkaufen kann. Das ist der große Unterschied zu Spam.


 

Facebook Posts sind nicht Werbung.

Auch ein Teil meiner Arbeit der sehr oft falsch wahrgenommen wird, ist, was Facebook Posts sind und warum man diese eigentlich macht. Immer wieder grüßt bei mir der Murmeltiertag und ich stecke ich in folgender Konversation fest:

K: Hey cool. So Facebook-Seiten sind doch gratis?
S: Ja, das sind sie.
K: Dann kann ich ja auf meiner Facebook-Seite einfach meine Angebote und Produkte posten.
S: Ja, das geht. Aber Facebook Fans mögen das nicht sehr gern.
K: Das ist mir ja egal. Ich will nur mein Produkt verkaufen.
S: Dann wird aber die Reichweite der Seite rapide zurückgestuft und dann sehen immer weniger Fans die Posts.
K: Das ist ja Scheiße. Dann bringt das ja garnix. Na dann kann ich mir Facebook ja komplett sparen.

An diesem Punkt muss ich inzwischen oft milde lächeln. Manche Unternehmer_innen haben leider noch nicht verstanden, dass sich niemand für Werbung interessiert. NIEMAND. Das tut zwar weh, aber es ist und bleibt die Wahrheit. Menschen müssen erst Vertrauen in ein Unternehmen aufgebaut haben, bis sie etwas kaufen. Und Vertrauen baut man einfach nicht mit noch mehr Werbung auf.

Warum Menschen auf Facebook sind und warum nicht.
Die Nutzer_innen auf Facebook sehen schon Werbung. Und zwar Werbung, die Facebook überprüft und nach Werberichtlinien positioniert hat. Ja, dafür bekommt Facebook echtes Geld von Unternehmen. Wenn dann Seiten, denen man mal sein „Gefällt mir“ geschenkt hat, einen noch zusätzlich mit Werbung beschallen, dann ignoriert man die gerne mal. Denn wir gehen alle auf Facebook um die neuesten Babyfotos von der Kollegin in Elternzeit zu sehen, über die Meinung der  Freunde zu lesen und vielleicht um sich hin und wieder darüber zu informieren, was bei Unternehmen neu ist. Aber Mehrheitlich wegen der Freunde.

Facebook ist ein Unterhaltungskanal.
Den neuesten Werbeflyer auf die Facebook-Seite zu posten, ist aber geistlos und keine wirklich spannende Info. Oder noch schlimmer: Die Pressemeldung, die leider kein Blatt veröffentlicht hat. Solche Inhalte passen einfach nicht auf Facebook. Es ist ein Unterhaltungsmedium. So wie Fernsehen. Wenn dort jede Sendung eine Dauerwerbesendung ist und diese dann auch noch durch Werbepausen unterbrochen wird, dann ist das zu viel. Und es langweilt, wenn man ehrlich ist.

Masse. Klasse. Mehrwert!
Wenn Unternehmer_innen aber diesen Drang nach permanenter Promotion hinter sich gelassen haben, dann wird es interessant in meiner Arbeit. Denn erst dann kann ich loslegen und die richtigen Mehrwerte für die begehrten Kunden zu  finden und zu posten. Fans mit Insiderwissen und mit sympathischen Menschen im Unternehmen begeistern und so Vertrauen schaffen. Dann wird’s auch mit den Fans, die zum Unternehmen stehen und gerne kaufen. Aber es geht um die Verhältnismäßigkeit von Information zu Werbung. Es sollte 7:1 sein. Information zu Werbung. Nicht umgekehrt.


Bloggen ist keine PR. 

Dann kommen immer wieder Menschen auf mich zu, die hören, dass ich Blogs schreibe. Für mich und für andere. Und Manche denken dann, dass das wie ein Magazin ist. Man zahlt also Geld und dann wird halt die Seite Werbung dort geschaltet. Oder die Seite PR. Das gibt es. Es nennt sich “Sponsored Post” und ist unterschiedlich teuer. Aber nicht jeder Blog möchte das. Andere denken wieder, dass es wohl so sei, dass es garnix kosten würde, in einem Blogbeitrag Erwähnung zu finden und meinen, dass Blogger_innen das generell quasi nur als Hobby betreiben würden und daher auch kein Geld dafür bekommen sollten. Auch so ist es nicht bei mir.

Bloggen ist ein Business.
Meine Dienstleistung ist es, dass ich Texte für Unternehmen schreibe. Diese können die Texte dann auf ihren eigenen Blog stellen, anderen Blogger_innen als Gastbeiträge oder Sponsoren Posts anbieten. So wie wir das schon von klassischen Schreibbüros kennen. Der Stil ist halt ein anderer. Das Veröffentlichungsmedium ist anders. Aber weniger Arbeit ist es daher nicht. Bloggen ist heute eine ernstzunehmendes Business. Produkte die über Fachblogs empfohlen werden, bekommen eine Menge gezielte Aufmerksamkeit. Das liegt zu einem guten Teil daran, dass Blogger_innen schon verstanden haben, dass sie ihre Stammleser_innen über E-Mail Marketing immer wieder ansprechen sollten.

Noch ausgefeilter wird es, wenn Blogger eigene Produktshops haben und dort eigene Produkte wie etwa Bücher, Guidelines, Checklisten, Shirts usw. verkaufen. Dann braucht man nämlich auch keine große Reichweite, um die richtige Zielgruppe anzusprechen und kann auch schon mit 500 potenziell interessierten Menschen relevante Umsätze erzielen. Ich kenne das von meiner eigenen Agentur. Aber vielen Unternehmen muss ich das vermutlich noch vorrechnen, bevor sie es einfach parallel zum heutigen Geschäft aufbauen. Einfach mal mit einem Blog starten und regelmäßig aus dem Unternehmen berichten. So würden sie nämlich gleich in diese Welt des Bloggens hineinwachsen. In Windeseile lernen, wie viel Arbeit guter Inhalt macht und welche Sichtbarkeit man damit erreichen kann. Würden selbst anfangen, potenzielle Interessent_innen per E-Mail über die neuesten Blogbeiträge informieren und viel entspannter Geschäfte machen. Dafür braucht man auch keinen einzigen Arbeitsplatz durch einen Roboter ersetzen. Im Gegenteil.


Es gäbe noch viele solcher Punkte zu erklären. Affiliate-Marketing. Video-Marketing. Aber ich muss jetzt weiter machen. Einen neuen Artikel recherchieren.

Lass mich doch in den Kommentaren wissen, ob ich einen zweiten Teil schreiben soll und was Dir schon alles so passiert ist.

Herzlichst,

Sandra

 

Foto: Seth Schwiet von unsplash.com

Ich bin Sandra Staub. Ex-Journalistin, Marketing-Ausbrecherin, Autorin von ‘Facebook für Frauen’ und ‘Emoji Boost‘. Unternehmerin & Macherin von UnternehmerInnen im Web. Als Agenturinhaberin versorge ich mit meinem Team Unternehmen mit Social Media-Leistungen, Blogposts & E-Mail Marketing.

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