Sie lebt noch oder Wie lang soll ein Blogeintrag sein?

Vor wenigen Tagen erreichte mich eine besorgte Mail von einem meiner Blogleser. Er wollte wissen, ob ich meine Blogs aufgegeben und die Selbstständigkeit hingeschmissen habe, oder ob ich nach Birma ausgewandert bin und keinen Internet-Zugang mehr habe.

Ich lebe noch. Ich bin nach wie vor selbstständig. Ich war noch nie in Birma.

Unglücklicherweise bewegt sich aber die Auftragslage in der deutschen Wirtschaft wellenartig und momentan befinde ich mich in einer Hoch-Welle mit vielen anderen Freiberuflern, die große Agenturen durch Agilität und Kreativität ausbremsen können. Das heißt, zurzeit gibt es viel zu tun und zu wenig Zeit, um darüber zu schreiben. Daher werden auch die Blog-Beiträge momentan auch tendenziell kürzer, denn ich will niemanden mit geheimen Details meiner Kunden langweilen. Vielleicht installiere ich Tumblr auch bald auf meinem Android-Handy um die Welt mit kürzeren Updates zu informieren.

Was mich zu meiner heutigen Fragestellung bringt:

Wie lang soll ein Blogeintrag sein?


In Zeiten von Twitter haben wir uns an verkürzte Nachrichten gewohnt. Aber nur allzu oft genügen selbst den 140 Zeichen-Fans die Informationen nicht. Also müssen Sachverhalte ausführlicher erklärt werden – Blogs und News-Artikel mit Hintergründen sind wichtiger als je zuvor. Auch Tutorials, Screencasts und Whitepapers erfreuen sich wachsender Beliebtheit, denn sein Wissen zu Teilen schafft automatisch eine Reputation, über den man sich wieder positionieren kann. Es ist also Marketing im weitesten Sinne.

Ein Blogeintrag muss also eindeutig länger sein, als ein Tweet von unterwegs. Muss er aber über die klassische A4 Seite hinausgehen?

Ich finde, das kommt auf Ihr Thema an.

Schreiben Sie über Genforschung im wissenschaftlichen Kontext, macht es durchaus Sinn, ein Themenfeld ausführlicher darzulegen. Trotzdem würde ich empfehlen es auf Kapitel oder Themengebiete aufzusplitten. Denn durch die Aufteilung der Themen vergrößern bzw. verfeinern Sie Ihre Schlagwort-Wolke und werden von potenziell mehr interessierten Menschen im Web gefunden. Mancher wird nur zu Genforschung allgemein suchen, andere nur zu Mutationen in Mitochondrien. Durch den Kapitel-Trick besetzen Sie mehrere Themengebiete. Und der Aufwand für Kapitelbildung ist wirklich überschaubar, wenn man die Leser aufrechnet.

Handelt Ihr Blog-Werk aber primär von Tipps und Tricks oder spannenden Alltäglichkeiten, wie bei mir hier, macht der Kniff mit den Kapiteln wenig Sinn. Mein Deutschlehrer hätte gesagt: Sagen Sie halt, was Sie sagen wollen, aber kommen Sie zum Punkt. (Ann. d. Redaktion). Heute stimme ich ihm zu und versuche meine Beiträge in maximal 5 Absätzen abzuhandeln. Solange haben nämlich die durchschnittlichen Leser Zeit und Lust von Bildschirmen zu lesen. Danach wird wieder heiter ausgedruckt und Sie sollten vielleicht gleich ein ganzes Buch schreiben. Das schafft sogar in kürzerer Zeit mehr Reputation, wie man an Sascha Lobos und Holm Friebes “Wir nennen es Arbeit” sehen kann. 

In diesem Sinne,

Ihre Sandra Staub

Ich bin Sandra Staub. Ex-Journalistin, Marketing-Ausbrecherin, Autorin von ‘Facebook für Frauen’ und ‘Emoji Boost‘. Unternehmerin & Macherin von UnternehmerInnen im Web. Als Agenturinhaberin versorge ich mit meinem Team Unternehmen mit Social Media-Leistungen, Blogposts & E-Mail Marketing.